Zur Ruhraue e. V.
Chronik des Kleingartenvereins "Zur Ruhraue"
Die Vision am Dinkelweg: Vom Acker zur Öko-Modellanlage
Im Sommer 1991 begannen die Planungen mit der Stadt Schwerte für eine Anlage am Dinkelweg im Ortsteil Wandhofen. Das Ziel war ambitioniert: Ein damaliger Acker sollte in eine ökologische Modellanlage verwandelt werden, die sich bewusst von konventionellen Konzepten abhebt. Auf 1,15 Hektar entstanden 20 Gärten mit strengen Vorgaben zur Förderung der Biodiversität. Chemische Pflanzenschutzmittel waren strikt tabu, es durften ausschließlich einheimische Pflanzen gesetzt werden und die Grundstücksgrenzen wurden als „lebende Zäune“ – etwa aus Liguster oder Hainbuche – angelegt. Auch baulich gab es klare Linien, wie die maximal 10 m² großen Holzlauben.
Gründung, Schweiß und Eigenarbeit
Nach der Parzellenverlosung im Sommer folgte im November 1991 die offizielle Vereinsgründung. Den Namen „Zur Ruhraue“ prägte Jochen Kriehn, der dem Verein bis zu seinem Tod im August 2016 eng verbunden blieb. Die Anfangsjahre erforderten von den Pionieren enormen Einsatz. Während die Stadt die Hauptwege anlegte, kultivierten die Pächter in monatelanger Eigenarbeit den Boden. Das Amt des ersten Vorsitzenden wurde dabei von Rolf Bräuning besetzt. Trotz anfänglicher Fluktuation trieb ein harter Kern engagierter Mitglieder die Entwicklung der Anlage durch entschlossenes gemeinsames Anpacken stetig voran.
Gemeinschaft und gelebter Naturschutz
Der große Zusammenhalt zeigte sich auch beim Bau des rund 100 Quadratmeter großen Gemeinschaftshauses in den 90er-Jahren, der durch den außerordentlichen persönlichen Einsatz der Mitglieder realisiert wurde. Mit der 2010 angebauten Terrasse entstand das bis heute wichtigste Zentrum des Vereinslebens, an dem Traditionen wie Sommerfeste oder Grünkohlessen gepflegt werden.
Auch das naturnahe Leitbild trägt reiche Früchte. Durch die konsequente ökologische Bewirtschaftung und Projekte wie die 2013 neu gestaltete Trockenmauer ist die Anlage zu einem wertvollen Biotop herangewachsen, in dem sich auch Füchse, Spechte und Blindschleichen zu Hause fühlen. Bis heute bleibt die „Ruhraue“ ihrem ursprünglichen Modellcharakter treu: Sie ist ein lebendiger Ort, an dem Gemeinschaft, Erholung und nachhaltiges Gärtnern Hand in Hand gehen – und an dem die Vision von 1991 täglich weiterlebt
Vorstand